advd-Hochschulausbildung 2026/27

Ziel der Ausbildungsreihe

Ziel der Ausbildungsreihe ist es, hochschulische Anlauf- und Beratungsstellen zum Thema Diskriminierung fachlich, methodisch und strukturell zu professionalisieren. Die Qualifizierung befähigt die Teilnehmenden, Antidiskriminierungsberatung betroffenenorientiert, machtkritisch und qualitätsgesichert umzusetzen und dabei sowohl individuelle Unterstützung als auch institutionelle Verantwortung im Blick zu behalten. Die Ausbildungsreihe zielt darauf ab, Beratung nicht ausschließlich als Fallbearbeitung zu verstehen, sondern als Bestandteil organisationaler Lern- und Veränderungsprozesse. Diskriminierung soll dadurch nicht nur bearbeitet, sondern systematisch erfasst, analysiert und als strukturelles Problem sichtbar gemacht werden. Ein besonderer Fokus liegt auf den spezifischen Macht-, Abhängigkeits- und Loyalitätsverhältnissen im Hochschulkontext sowie auf der professionellen Rollenklärung interner Beratungs- und Vertrauensstellen im Spannungsfeld zwischen Betroffenenunterstützung, institutionellen Erwartungen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Zielgruppe und Vorkenntnisse

Die Ausbildungsreihe richtet sich an Personen, die an Hochschulen als feste oder informelle Anlauf-, Beratungs- oder Vertrauensstellen für Diskriminierung, sexualisierte Belästigung, Machtmissbrauch oder andere Formen struktureller Benachteiligung fungieren oder eine solche Funktion perspektivisch übernehmen sollen. Angesprochen sind insbesondere Antidiskriminierungsberater*innen, Gleichstellungs- und Diversitätsbeauftragte, Mitarbeitende in Ombuds-, Beschwerde- oder Vertrauensstrukturen sowie Personen in vergleichbaren hochschulischen Rollen mit Beratungs- oder Schnittstellenfunktion.

Die Zielgruppe verfügt über erste fachliche Kenntnisse zu Diskriminierung und Machtverhältnissen sowie über ein Grundverständnis hochschulischer Organisations- und Entscheidungsstrukturen. Erwartet werden zudem erste praktische Erfahrungen im Umgang mit vertraulichen Anliegen, sensiblen Beratungssituationen oder institutionell eingebetteten Konflikten.

Nach Abschluss der Ausbildung können die Teilnehmenden

Diskriminierung erkennen und einordnen – verschiedene Formen von Diskriminierung, Machtmissbrauch und struktureller Benachteiligung im Hochschulkontext verstehen und analysieren.

Betroffenenorientiert beraten – Erst- und Verweis beratungen professionell, vertraulich und machtkritisch gestalten.

Die eigene Rolle reflektieren – eigene Positionierung, Rollenkonflikte und Nähe-Distanz-Dynamiken im Beratungsprozess professionell handhaben.

Rechtlich fundiert handeln – relevante gesetzliche und hochschulinterne Rahmenbedingungen nutzen, um Ratsuchende zu orientieren und Interventionen zu planen.

Strukturelle Veränderungen fördern – Beratungserfahrungen und Daten nutzen, um Diskriminierung sichtbar zu machen und institutionelle Lern- und Veränderungsprozesse anzustoßen.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Format: Online (über Zoom)
Teilnahmezertifikat: Am Ende der Ausbildungsreihe erhalten Teilnehmende ein Zertifikat über die von ihnen tatsächlich besuchten Veranstaltungen
Gebühren: 3.800 Euro pro Person für die gesamte Ausbildungsreihe, 800 Euro pro Einzelmodul
Bewerbungsphase 1: Bewerbung bis zum 30. April, Rückmeldung über die Teilnahme bis zum 7. Mai
Bewerbungsphase 2: Bewerbung bis zum 30. Juni, Rückmeldung über die Teilnahme bis zum 7. Juli

Sollten bis zum 7. Juli nicht genügend Anmeldungen für die Durchführung der kompletten Ausbildungsreihe vorliegen, werden die verfügbaren Plätze auch an Interessent*innen vergeben, die nur an einzelnen Modulen teilnehmen möchten.

Interessensbekundung: Formular ausfüllen
Rückfragen bitte an franziska.schwantuschke@antidiskriminierung.org

advd