Veröffentlichung: Handreiche zu rassistischer Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg der Opferperspektive e.V. hat eine Handreichung zu diskriminierenden Praxen auf dem
Wohnungsmarkt veröffentlicht. Sie soll Vermieter*innen, Beratungsstellen und
Betroffene über Rechtsgrundlagen und Handlungsmöglichkeiten informieren
und sie darin bestärken, gegen Diskriminierungen vorzugehen.

Für die Broschüre „Rassismus auf dem Wohnungsmarkt. Diskriminierung
erkennen und bekämpfen. Eine Handreichung für Vermieter*innen,
Beratungsstellen und Betroffene“
legte die ADB Brandenburg gängige
Diskriminierungsmuster dem Berliner Büro für Recht und Wissenschaft zur
juristischen Prüfung und Bewertung vor. Neben einer genauen juristischen
Einordnung einzelner Diskriminierungstatbestände bietet die Broschüre
weitergehende Informationen zum Umgang mit Rassismus auf dem
Wohnungsmarkt und soll bei allen Beteiligten Rechtssicherheit und damit
Handlungssicherheit fördern.

„Rassismus und Diskriminierungen sind auch auf dem Wohnungsmarkt
allgegenwärtig. Wohnen ist ein grundlegender und sehr sensibler
Lebensbereich. Wenn Menschen Wohnraum verweigert wird oder sie in ihrem
Wohnumfeld beleidigt oder bedroht werden, wird Rassismus zur permanentem
Alltagsbelastung oder gar zur Existenzbedrohung,“
betont Ingmar Pech von
der ADB Brandenburg die Notwendigkeit, rassistischer Diskriminierung auf
dem Wohnungsmarkt konsequent zu begegnen.

Sowohl in Brandenburg wie bundesweit sind Geflüchtete, Menschen mit
Migrationsgeschichte, Schwarze Deutsche und Sinti und Roma von
rassistischer Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt betroffen. Ihnen
wird oft keine Wohnung vermietet, sie zahlen höhere Mieten
oder Betriebskosten oder werden von einer feindlich eingestellten
Nachbarschaft schikaniert und aus dem Haus verdrängt.
Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften,
Vermietungsbüros und Vermieter*innen haben eine große gesellschaftliche
Verantwortung, aktiv für ein diskriminierungssensibles Klima einzutreten
und diskriminierendes Verhalten zu beseitigen.

„Unter den Bedingungen der gegenwärtig verschärften rassistischen
Diskurse in der Öffentlichkeit und einer dramatischen
Verteilungsproblematik angesichts knappen Wohnraumes an manchen Orten
ist es notwendig, einen gemeinsamen Prozess in Gang zu setzen, um
Diskriminierung aller Art auf dem Wohnungsmarkt zu bekämpfen. Mit
unserer Handreichung wollen wir hierfür Informationen und Anregungen
liefern und an Vermieter*innen appellieren, die Gleichbehandlung
aller Mieter*innen und Wohnungsbewerber*innen zu garantieren,“
skizziert
Ingmar Pech die gegenwärtige Herausforderung auf dem Wohnungsmarkt.


Die Broschüre kann bei der ADB Brandenburg kostenfrei bezogen werden:

Antidiskriminierungsberatung Brandenburg/Opferperspektive e.V.
Rudolf-Breitscheid-Straße 164, 14482 Potsdam
Telefon: 0331-58 10 76 76
Mail: antidiskriminierung@opferperspektive.de
www.antidiskriminierung-brandenburg.de

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